Ken Galluccio Cup 2015

12.09.2015 23:29

Die Meisterteams jedes europäischen Landes dürfen sich im jährlichen Ken Galluccio Cup den „Europacup der Meister“ ausspielen. Der Vertreter Österreichs sind 2015 bei den Damen sowie Herren die Vienna Monarchs.
Alle Ergebnisse und Statistiken: Damen   Herren
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Herren:
In einer Gruppe mit dem belgischen Meister Brüssel und dem schwedischen Farsta Stockholm konnten sich die ersten zwei Teams für das Viertelfinale qualifizieren. Im ersten Spiel, gegen Belgier hatten die Österreicher sowieso noch eine Rechnung offen, konnten die Monarchs von Anfang an dominieren und gingen schnell mit 2:0 in Führung. Doch die Belgier blieben dran und konnten kurzfristig aufschließen. Alles in allem gaben die Wiener das Spiel jedoch nicht mehr aus der Hand und konnten, auch durch einen eiskalten Rainer Jakisch, das Spiel mit 5:2 für sich entscheiden.

Mit den Schweden stand den Monarchs im nächsten Spiel ein größeres Kaliber gegenüber. Trotz des guten Aufwärmens wurden mal wieder die ersten 10 Minuten komplett verschlafen und man musste gleich gegen einen 0:3 Rückstand ankämpfen. Wachgerüttelt konnten die Wiener noch vor der Halbzeit auf 2:3 verkürzen. In der zweiten Periode konnten die Fans die meiste Zeit ein Spiel auf Augenhöhe sehen, in dem die Monarchs zeitweise von einem starken Patrick Falb im Tor im Spiel gehalten wurden. Sogar ein Drei-Mann-Überzahlspiel der Schweden konnte ohne Gegentreffer überstanden werden. Am Ende des Spiels und der Kräfte musste man sich leider doch noch mit 3:6 geschlagen geben. Dennoch konnte der Viertelfinaleinzug gefeiert werden, indem es an selbigem Abend noch gegen die Oslo Legends ging.

Gegen die sehr starken Norweger leistete die Verteidigung der Vienna Monarchs Schwerstarbeit. Trotz viel Zeit in der eigenen Hälfte, wo Oslo wirklich nichts geschenkt wurde, konnte Andreas Seidler den Ball zwischen Torstange und Fuß des Goalies vorbeischummeln und erzielte das 1:0 für die Österreicher. Doch die Norweger drückten weiter auf das Tor von Patrick Falb. Leider mit Erfolg, 1:3 war der Pausenstand. In der zweiten Halbzeit ging es in einer ähnlichen Tonart weiter, die Defense ackerte unermüdlich in einem kampfbetonten Spiel und brachte nie erahnte Qualitäten zum Vorschein, während es die Offense leider nicht schaffte den Ball im gegnerischen Netz unterzubringen. Nicht einmal Neo-Attacker Dominik Ladich war sein erstes Tor aus aussichtsreicher Position gegönnt. Und so musste man sich am Ende mit 3:6 geschlagen geben.

Sonntag:

Zu unmenschlich früher Stunde musste man sich am Sonntag dem irischen Meister aus Dublin stellen. Es fiel den Monarchs zu Anfang schwer sich auf den starken Facer Cilian Murphy des Gegners einzustellen, mit fortdauer geland das aber immer besser und die Wiener hatten immer mehr Anteile am Spiel. Nach einem 1:1 in der ersten Hälfte, konnte die Zweite relativ ungefährdet für sich entschieden werden und der Endstand von 4:2, sowie der Aufstieg zum Spiel um Platz 5 gefeiert werden.

Natürlich konnte das Turnier nicht ohne ein Duell mit einem deutschen Team vorüber gehen und do wartete der zweitplatzierte der Deutschen Meisterschaft, Stuttgart (Der großteil der Meistermannschaft München war gerade mit dem deutschen Nationalteam bei der Boxlacrosse WM). Die Vienna Monarchs begannen das Spiel sehr ruppig, mit dem Ziel dem Gegner von Beginn weg die schneid abzukaufen. Dies gelang zu Beginn auch sehr gut und man konnte sich eine 2:1 Pausenführung herausspielen. Das Match blieb jedoch eng und kampfbetont, beide Teams auf Augenhöhe. Die Vienna Monarchs konnten ein zweites schön herausgespieltes Tore in Überzahl erzielen, mussten jedoch beim Stand von 3:3 die letzte Spielminute mit einem Mann weniger überstehen. Das gelang genau 41 Sekunden, dann brachte ein gut positionierter Stuttgarter den Ball aus schlechtem Winkel an Patrick Falb vorbei - 3:4 Endstand.

Trotz der bitteren Niederlage im letzten Spiel kann man mit einem sechsten Platz aus 12 europäischen Meistermannschaften durchaus zufrieden sein, besonders auch, weil einige Leistungsträger nich dabei sein konnten und einige junge Spieler der Vienna Monarchs wertvolle Turniererfahrung sammeln konnten.

Damen:

Schon das erste Spiel versprach für die Lady Monarchs eine besondere Herausforderung zu werden, schließlich wurde kein geringeres Team als der englische Meister Putney in die Gruppe gelost. Mit großen Respekt gingen die Monarchs in dieses Spiel und nachdem die Engländerinnen innerhalb der ersten Minuten bereits zwei Tore geschossen hatten, schien es zunächst ein eindeutiges Spiel zu werden. Zur Überraschung der gesamten Mannschaft stellte sich Putney schließlich doch nicht als übermächtiger Gegner heraus. Die Vienna Monarchs ließen sich nicht verunsichern und konterten mit zwei schnellen Toren. Erst am Ende der ersten Halbzeit gelang Putney das 3:2. Die zweite Hälfte des Spiels konnten die Wiener die englische Mannschaft ebenfalls unter Kontrolle halten, hatten lange Zeit Ballbesitz und spielten auch einige Torchancen heraus. Allerdings waren es wieder die englischen Spielerinnen, welche den Ball zuerst hinter die Torlinie brachten. Die Aufholjagd der Vienna Monarchs begann etwas zu spät und so endete die zweite Halbzeit erneut mit 3:2. Der übermächtige Gegner aus England war entzaubert, die Lady Monarchs gingen mit einem Endstand von 6:4 zufrieden vom Feld.

Nach der Absage eines Teams sprang ein Pick-up Team mit Spielerinnen aus verschiedenen belgischen Clubs als zweiter Gruppengegner der Lady Monarchs ein. Da Pick up Teams im Vorfeld schwer einzuschätzen sind, gingen auch dieses Mal die Wiener hoch konzentriert ins Spiel. Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen. Zwar schossen die Monarchinnen die ersten Tore, doch immer wieder konnten die Belgier ausgleichen, sodass es ein spannendes Spiel blieb. Erst in der zweiten Halbzeit dominierten die Monarchs deutlich, ließen keine Gegentore mehr zu und konnten das zweite Spiel mit dem ersten Sieg beim Ken Galluccio Cup 9:3 beenden.

Nach dem ersten Sieg blieb etwas Zeit um Gent zu erkunden und sich zu stärken. Doch die gut sortierten belgischen Biergeschäfte mussten warten, denn eine Stunde vor Zeitplan wurden die Spielerinnen zurück zum Platz gerufen, der nächste starke Gegner, LCC Radotin wartete. Der tschechische Meister hinterließ nicht nur ein klares Torverhältnis, sondern auch einige blaue Flecken. Nach 18 Minuten und 5 Tore für Radotin gelang endlich der Ehrentreffer in der ersten Hälfte. Die zweite Halbzeit war erneut ein harter Kampf, nach 4 Fouls und 5 weiteren Toren auf Seite der Tschechen trennten sich die beiden Mannschaften schließlich mit 2:10. Es blieb die positive Statistik: aus nur 4 Torschüssen konnten 2 verwertet werden.

Bei Bier und Burger wurde im Anschluss der erste Spieltag ausführlich besprochen und Gent bei Nacht unsicher gemacht. Was zunächst als unbekannte Kleinstadt neben Brüssel erschien, präsentierte sich an diesem Wochenende mit dem “Gent Festival of Flanders” nicht nur als Zentrum des europäischen Lacrosse, sondern auch als Partystadt. Der erste Tag des belgischen Lacrosse-Abenteuers endete für die Spieler mit einem beeindruckenden Feuerwerk über der Altstadt.

Am zweiten Tag des Turniers trafen die Lady Monarchs zunächst auf Utrecht, den Sieger der niederländischen Meisterschaft. Die körperlich starken Holländerinnen konnten zwar die ersten beiden Tore für sich verzeichnen, doch dann war es das Spiel der monarchischen Attack: Es folgten 5 Tore in Folge. Selbst zwei Tore der Holländerinnen kurz vor Ende des Spiels konnten den Lady Monarchs den Sieg nicht mehr nehmen, mit einem Endstand von 9:5 beendeten die Damen die Gruppenphase und zogen in das Platzierungsspiel um Platz 5 ein..

Im letzten Spiel trafen die Lady Monarchs auf das schweizer Team Wertingen und somit auf einen altbekannten Gegner. Erst im August hatten sich die Nationalteamspielerinnen aus Österreich und der Schweiz während der Europameisterschaft gegenseitig angefeuert, nun standen sie sich auf dem Spielfeld in Belgien gegenüber. Trotzdem schenkten sich die beiden Mannschaften nichts und die erste Halbzeit entschieden die Schweizerinnen mit 4:2 für sich. Die Vienna Monarchs konnten ihre Chancenauswertung verbessern und konterten mit 4:2 in der zweiten Halbzeit. Der Ausgleich in letzter Minute führte zur Verlängerung und zu den spannendsten Minuten des Turniers, sowohl für die Spielerinnen als auch für deren Fans. Eine Verlängerung folgte der Nächsten, das entscheidende “Golden Goal” ließ lange auf sich warten. Als die Dramatik kaum noch zu überbieten war, fiel das Golden Goal und die Lady Monarchs konnten den Ken Galluccio Cup 2015 auf dem 5. Platz beenden.

Der Champion’s League-Titel wurde im Finale zwischen den Teams aus Edinburgh und Hannover entschieden. Die Schotten, mit Nationalteamspielerin Franziska Putz, gewannen schließlich 8:7, das Spiel um Platz drei entschied Putney gegen LCC Radotin für sich.